Blizzy – Auf Eigene Faust (Free Download & Interview)

Blizzy – Auf Eigene Faust (Free Download & Interview)

Beitrag vom 25. Dez, 2011 von in Allgemein | Downloads | Interviews

Es ist Weihnachten. Es wird überall das letzte Türchen aufgemacht und heraus kommen zig Mixtapes & Free-EPs aus allen Musikrichtungen und von allen Orten der Erde, durchaus auch in sehr unterschiedlichen Qualitätsstufen. Wir haben uns ein paar davon herausgepickt (handverlesen!) und uns mit den Künstlern über ihr Release unterhalten. Den Anfang macht Blizzy, Rapper aus Berlin, der zu Highnachten, pardon, Weihnachten ein kostenloses (aber nicht umsonst!) Album veröffentlicht hat. Herunterladen kann man “Auf eigene Faust” hier.

GR: Wer ist Blizzy?

Ein Berliner der nichts in den Medien macht. Ich bin ein normaler Dude, der gerne gutes Weed raucht, nen bisschen Xbox zockt und, wenn es die Bandscheiben mitmachen, B-Ball spielt. Ich gehe eher selten feiern, bin jetzt nicht so der Typ, der von Montag bis Sonntag durch die Clubs zieht. Und Sneaker dürfen nicht fehlen. Relativ unspektakulär wie du siehst.

GR: Wo genau kommst du her, wie ist dein Umfeld, gibt es Prägungen?

Ich komme aus dem Süden von Berlin Marienfelde/Tempelhof. Ich renne nicht überall rum und laber jeden voll mit ,,Ey ich bin Rapper, gib dir mal meinen Stuff, ich bin der heiße scheiß”, das können andere machen. Deswegen kann ich nicht sagen “ich hänge mit dem oder dem rum”.
Es gibt bestimmt den einen oder anderen Rapper der mich kennt und den ich öfters mal sehe, was aber nichts über mein Können oder so aussagt. Darum ist diese Umfeld Sache für mich nicht so wichtig.
Prägungen, naja alles was ich bis heute an Musik gehört habe, und da kommt in über 20 Jahren nen bisschen was zusammen und da ist nicht nur Rap bei.
Sonst sind es halt die alltäglichen Dinge und Leute mit den du rumhängst die dich prägen.
Aber wenn du dir meine Musik anhörst bekommst du schon Hinweise, was mich geprägt hat und wie ich ticke.

GR: Was hat es mit der Free-EP auf sich?

Naja, mit 11 Tracks ist das ja eigtl. keine EP mehr (grinst)
Am Anfang wollte ich nur eine kleine Free-EP machen, um den Leuten die Bock drauf haben, neue Musik von mir zu geben. Über Twitter hat Tobi von Beats & Sound (das komplette Projekt entstand im Beats & Sound Studio) mich gefragt ob ich Beats von ihm haben möchte, was ich gerne angenommen habe.
Da wir beide aus Berlin kommen, haben wir uns getroffen um zu sehen, ob wir was zusammen machen könnten. Das Ergebnis ist “Auf eigene Faust”. Dass aus 6 Tracks 11 wurden, liegt einfach daran, dass wir fertig waren und Tobi mir nochmal einen Ordner mit Beats von Dasmo, Maxximo und sich geschickt hat, ohne dass sie für auf eigene Faust gedacht waren. Was dann aber doch so wurde, denn durch den Ordner hatten wir plötzlich 6 neue Tracks. Von den ersten 6 Tracks blieben nur 3 übrig. Wir hatten also 9 Tracks, dazu haben wir noch das Intro gemacht und ich habe mir von Dasmo noch einen Beat gepickt, deswegen und wegen eines kleinen Problems im Studio hat es auch ein bisschen länger gedauert bis es rauskam.
Es wurde ein Free Release, da ich ja noch ein sehr unbekannter Künstler bin und so stelle ich es den Leuten lieber for Free zur Verfügung – ich bin halt noch nicht an dem Punkt, dass ich dafür Geld verlangen will.
Vielleicht erreiche ich ja noch den ein oder anderen der mich nicht kennt. Da kann ich ja nicht verlangen dass er Geld zahlt. Du kannst es dir legal runterladen und wenn du es feierst, finde ich das cool. Findest du es scheiße und löscht es nach einmaligem Hören habe ich damit auch kein Problem.

GR: Was gab es denn da für ein Problem im Studio?

Sagen wir mal, ich hab gelernt mir meine eigenen Backups aus dem
Studio mitzunehmen, da durch einen kleinen Zwischenfall im Studio alle
fertigen Tracks gelöscht wurden. Wir mussten halt alles nochmal neu recorden.
Das war das einzige kleinere Problem was wir hatten. (grinst)

GR: Sneakerfreak – Was macht für den Reiz an Kicks aus? Wieviel paar Schuhe hast du, Lieblingskicks, warum?

Mhhh, über Sneaker könnten wir nen komplettes Interview machen.
Das hat bei mir definitiv mit der Kindheit zu tun. Man hat halt die älteren immer mit den geilen Sneakern gesehen plus Micheal Jordan im Fernsehen, auch wenn man es nicht im ganzen verstanden hat, wollte man diese Dinger haben.
Problem war nur das die Mom, wenn man ankam und meinte ich möchte als
nächstes diesen Schuh, nur kurz diesen einen bestimmen Blick auflegte und du wusstest, ok wird wohl nichts mit dem Schuh. Und heute kann man sie sich halt holen.
Zahlen sind egal, da es Leute gibt die haben 30 Paar, das sind dann aber alles
richtige Schätze und dann gibt es welche die haben 200 und die Sammlung besteht nur aus Standardschuhen.
Bei Sneakern hat jeder seine eigenen Vorlieben, wie es ja überall sonst auch ist. Es gibt halt bestimmte Schnittstellen mit anderen Leuten die Sneaker mögen. Was ich überhaupt nicht leiden kann, sind Typen die keine Ahnung von dem Ganzen haben, aber so tun als würden sie die krassesten Sneakerfreaks sein, weil es gerade hip ist solche Schuhe zu tragen oder ,,Sneakerfreak” zu sein. Ach egal….
Bei mir sind es an erster Stelle Jordans, aber keine Fusions. Nike geht auch, bin aber nicht so der Air Max Typ, da sind es dann die Dunks und AF1.
SB Dunks gefallen mir auch, die richtig krassen Dinger habe ich leider dank des Krebs verpasst.
Ab und zu trage ich auch mal Adidas und Pumas, das ist aber sehr selten. Ein, zwei Modelle von Supra besitze ich ebenfalls, das war es dann auch glaube ich – (denkt kurz nach) – Reebok gibt es auch mit drei Paaren.
Die Lieblingskicks lassen wir mal weg sonst wird das hier endlos lang (grinst).

GR: Das Album ist teilweise recht persönlich, ist es für dich schwierig, Sachen so offensiv zu “besingen”?

Findest du das echt? In meinen Augen, ist ein Track drauf, der, nennen wir es mal sehr persönlich ist, und das ist “nzv”. Ich erzähl in Tracks was gerade ist oder passiert ist, aber es deswegen jetzt gleich persönlich zu nennen, ich weiß nicht (grinst).
Darum ist es jetzt auch nicht schwer für mich über diese Dinge zu sprechen, denn am Ende geht es um mich.

GR: Wie wichtig ist für dich “Realness”, also müssen 100% der Texte wahr/echt sein?

Mhhh, für mich gilt, ich schreib Sachen die “wahr” sind (sorry für die Phrase) wenn es um mich geht, wie bei “nzv” und “Pippi Langstrumpf” mal als Beispiele. Bei den anderen Tracks kommt es drauf an, die sind schon auf ihre Art real. Dass man mal nen Vergleich nimmt oder nen Line bringt die bisschen übertrieben ist gehört nen bisschen dazu, finde ich zumindest.
Und es gibt Dinge die ich halt nie machen würde, wie Bangerstuff oder sowas in der Art. Alleine schon aus dem Grund, wenn ich den über Harten hier mache, stehen zwei Tage später echte Banger vor der Tür. Nee, das überlasse ich anderen die das besser können.
Es gibt auch Sachen die ich nicht machen würde weil ich es nicht feier oder einfach nicht kann. Man würde vllt. mal gerne ne Hook “Singen”, brauch ich aber gar nicht erst versuchen – also lass ich es gleich.
Bei anderen sehe ich es entspannt. Jeder soll das machen worauf er Bock hat.
Kann ich es feiern, feier ich es ohne mir bei jeder Line zu denken, boah der könnte hier ja lügen oder absoluten Schwachsinn erzählen. Ich muss es halt hören können und da ist es egal was es ist: wahr, erfunden oder sonst was. Dann dürfte ich auch nicht ins Kino gehen um mir Actionfilme anzuschauen. Es ist am Ende halt Musik und nicht mehr.

GR: Du thematisierst auch die Krankheit Krebs, kannst du was darüber erzählen? Du bist ja noch recht jung!

Bei mir wurde vor ein paar Jahren Schilddrüsenkrebs festgestellt.
Es zeigte mir mal ganz schnell was wichtig im Leben ist und was nicht. Klingt nen bisschen flach, aber es ist so. Das soll nicht heißen, dass ich jetzt voll der ernste Mensch geworden bin. Ganz im Gegenteil, man genießt die Sachen mehr die man erlebt und über Negatives regst du dich nicht mehr so lange oder überhaupt nicht auf. Man wird gelassener in vielen Dingen.
Ich habe auch Glück das ich als “geheilt” gelte, was aber nicht heißen soll, dass der Krebs jetzt nie wieder zurückkommen kann. Doch es sieht gut aus.

GR: Was willst du erreichen, wo willst du hin?

Über sowas mache ich mir jetzt nicht so die Gedanken.
Ich bin ständig am Schreiben oder Rappen und werde weiter Sachen releasen.
Wie groß eine Sache wird, weiß man vorher nicht. Ich bin jetzt nicht mit dem Plan unterwegs, in einem Jahr will ich da und da sein, weil – das hat der Krebs mir gezeigt – es kann sich alles ganz schnell ändern, darum mache ich einfach weiter und schaue wo es hingeht. Und nach dem Interview geht es zum Burgermeister, denn ich habe Hunger.
(grinst)

GR: Gibt es kommende Projekte, Kollabos?

Das ist auch eine Sache die ich gelernt habe, es gibt Infos erst, wenn
das Ding komplett steht. Deswegen kann ich dir da jetzt auch nichts genaues
sagen.
Es wird bestimmt noch den einen oder anderen Freestyle von mir geben, da ich wie gesagt täglich schreibe, rappe oder recorde. Es werden weiter Sachen kommen nur was und wann kann ich noch nicht sagen.

GR: Glaubst du an eine Vorbildfunktion von Rappern?
Ich glaube da bin ich der falsche Ansprechpartner (grinst), das ist nicht so einfach mit ja oder nein zu beantworten. Es gibt bestimmt Sachen wo der Künstler ne Art Vorbildfunktion hat, aber man kann ja nicht verlangen, dass ein Rapper oder Künstler die Erziehung und alles was dazu gehört für die eigtl. zuständigen Personen übernimmt. Ich werde bestimmt nicht den Moralapostel machen, darauf hab ich gar keine Lust.

GR: Danke! Letzte Worte?

Danke für das Interview, ladet euch “Auf eigene Faust” runter und wenn es euch gefällt sagt es weiter…


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