B-Real – Smoke N Mirrors

B-Real – Smoke N Mirrors

Beitrag vom 22. Feb, 2009 von in Allgemein | International | Reviews

Einfach B-Real

Zu wessen rauchgeschwängerten, gechillten Kifferbuden-Jugend waren Cypress Hill eigentlich nicht der Soundtrack? Hypnotisierende Beats, das eigene Tun legitimierende Weed-Verherrlichungen, zurückgelehnter Westcoast-Lifestyle und B-Reals markante Stimme und seine energischer Flow. Das war Filme schieben auf verdammt geile Mucke. Nun, nach 18 Jahren Musik am Fuße des Zypressen-Hügels, hat Frontmann B-Real endlich den Schritt in die künstlerische Selbstständigkeit gewagt und sein erstes Soloalbum „Smoke N Mirrors“ veröffentlicht und im Gegensatz zu den „Gunslinger“-Mixtapes aus ’05, ’06 und ’07 völlig ohne Beteilung seiner langjährigen Bandkollegen.

Ziel war es, alles, was sich über die Jahre an Ideen und Sounds angesammelt hatte und nicht in das Cypress Hill-Konzept passte, runterzuschreiben, auszuproduzieren und denn Kram endlich mal von der To Do-Liste zu streichen. Herausgekommen sind 15 Tracks B-Real. Nicht mehr und nicht weniger. Stimme und Flow sind immer noch Bombe. Die Themen sind mal etwas weiter gefasst als sonst bei ihm üblich, aber im Grunde immer noch typisch. Und die Beats sind vergleichsweise so gehalten wie die Beats der Songs auf denen B-Real die letzten 20 Jahren als Feature zu hören war: viel Samplekram, weiche Westcoastdrums und selbstverständlich nicht wenige Latino- und Rockeinflüsse. Dazu kommt auf fast jedem Song ein Feature, was ich auf einem Soloalbum grundsätzlich für fragwürdig halte, mir in diesem Fall aber irgendwie erst im Nachhinein mit Blick auf die Tracklist richtig auffällt.

Alles in allem ein wirklich gutes und stimmiges Release, das zeigt, dass B-Real auch 2009 noch zu charakteristischsten und beeindruckendsten MCs auf diesem Planeten gehört. Dass er sich nach gefühlten 35 Alben und Mixtapes als Künstler bereits gefunden hat und seine Trademarks nicht wegzuschmeißen gewillt ist, kann und möchte ich ihm hier nicht als Nachteil ankreiden. Ist definitiv sein Geld wert die Platte und ein weiteres gutes Teil aus dem Hause Duck Down, das seid jeher für seinen überdurchschnittlich guten Backkatalog bekannt ist.

B-Real feat. Damian Marley – Fire

www.myspace.com/brealonline


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