Asher Roth

Asher Roth

Beitrag vom 19. Aug, 2009 von in Allgemein | Interviews

Asher Roth ist auch über den HipHop-Tellerrand hinaus einer der angesagtesten Newcomer der Musikwelt 2009. Sein kometenhafter Aufstieg scheint dabei keineswegs unbegründet. Im Gespräch mit GermanRhymes.de verriet der nachdenkliche „Partyrapper“ sein bodenständiges Erfolgsrezept und philosphierte über den schmalen Grat zwischen Charts und Underground. Widersprüche sind vorprogrammiert, wenn man als Künstler in beide Sparten will. Doch der Shootingstar malt sich seine seine Zukunft rosig aus, zwischen gesunden Kompromissen und einer lobenswerten, höheren Aufgabe.

Wie ist es für dich, als wirklich noch sehr junger Künstler, hier drüben in Europa zu sein, mit so einem engen Terminkalender und den hohen Erwartungen des Majorlabels im Rücken?

Wenn man in diese Situation kommt, dann wird man ziemlich schnell erwachsen. It’s kind of a crash course of life, you know? Ich habe auch viele gute Leute um mich herum, die dafür sorgen, dass alles glatt läuft. Manchmal würde ich am liebsten einfach nur Einen rauchen und nichts machen, aber dafür ist viel zu viel zu tun. Und ich reiße mich zusammen, denn es gibt Leute, die würden töten, um meine Möglichkeiten zu haben.

Du bist ja weltweit hoch in die Charts eingestiegen. Hast du das erwartet?
Um ehrlich zu sein, kümmert mich das nicht. Für mich misst sich Erfolg an Langlebigkeit und Respekt. Wenn das gegeben ist, dann bin ich zufrieden. Ich bin froh, dass ich wahrgenommen werde und den Leuten meine Musik gefällt, aber ich sehe mich wirklich immer noch als Newcomer, der sich erstmal beweisen muss.

Warst du während des Produktionsprozesses völlig unabhängig, oder hat dein Label kurz vor Release die besten Songs fürs Album ausgewählt?
Ich hatte wirklich die volle Kontrolle. Wir haben keine Beats eingekauft von Leuten, die gerade angesagt sind, oder so. Wir haben die Musik selbst kreiert. So arbeiten wir schon immer und das ist uns auch besonders wichtig.

Wie ist es für dich als momentan erfolgreicher Charts-Künstler auf solche Leute wie zum Beispiel Madlib oder andere Stones Throw-Artist zu schauen?
Meine Welt ist einfach nicht komplett ohne diese Jungs. Ich brauche einfach die Musik von Pete Rock, Madlib, DJ Premier, Hi-Tek und vielen anderen. Mit diesen Künstlern will ich arbeiten. Wenn du ins Game kommst, musst du das verdammte Game auch spielen, verstehst du? Ich möchte nichts weiter als mir ein Publikum erspielen und den Real HipHop wieder nach vorne bringen. Denn im Underground wird die wirklich wichtige Musik gemacht. Dort wird den Leuten wirklich was vermittelt, dort wird die Kultur gelebt. Weißt du der Radiokram, das ist nicht das, was wir wirklich hören wollen, das wollen wir nicht wirklich zelebrieren.

Wenn ich an deinen Hit “I Love College” denke, nehme ich an, du siehst dich dazu als Ausnahme?
Es ist immer schwierig wenn Geld ins Spiel kommt. Dann hat man zwar mehr Möglichkeiten, aber oft bleibt auch das Persönliche auf der Strecke. Das ist die große Gefahr für jeden Künstler im Musikgeschäft. Ich habe mich für einen Kompromiss entschieden. Einerseits möchte ich mir eine junge, loyale und natürlich auch möglichst große Fanbase erspielen und andererseits will ich immer auch zeigen, dass ich wirklich gut schreiben kann und auch was zu sagen habe. Ich will mit der Aufmerksamkeit, die mir zuteil wird den Real HipHop wieder zurückbringen und gleichzeitig auch viele Türen zu anderen, neuen Herausforderungen aufstoßen. Das sind definitiv meine Prioritäten.

Klingt lobenswert, aber auch schwierig umzusetzen.
Ja, das ist es auch. Schau dir nur einen Lil Wayne an. Der ist sehr talentiert und zurecht auch sehr erfolgreich, aber er schielt mittlerweile eben mehr auf das Geld als auf die Qualität seiner Musik. Ich glaube aber, dass es möglich ist, unglaubliche Musik zu machen und trotzdem Geld damit zu verdienen. Das Geld wird schon kommen, wenn du die richtigen Sachen aus den richtigen Gründen machst. Doch man muss aufpassen, mo’ money mo’ problems, that’s what it is. Ich habe überhaupt keinen Antrieb Geld zu verdienen, zum Leidwesen meines Vaters. Ich habe einfach zu viele Menschen gesehen, die wirklich reich geworden sind mit Rap, aber todunglücklich und vollkommen alleine waren.

Kannst du ein Beispiel nennen?
Nein, ich rede nicht über Privates anderer Leute, das finde ich schwach. Aber es ist interessant zu sehen, wie die so genannten Stars, die ihren Fans gegenüber wirklich eine Stimme haben und Verantwortung übernehmen könnten, ihre Optionen dann einfach nicht wahrnehmen. Ich will verhindern, dass mir das auch passiert. Ich kann dabei auch viel über andere reden, aber letztendlich liegt es nur an mir. Ich muss die richtigen Entscheidungen treffen.

Was ist denn die Entscheidungsgrundlage? Was für ein Mensch bist du, wenn du gerade keine Musik machst oder sie promotest?
Ich bin ziemlich laid back und habe viel Spaß dabei, einfach nur rumzuhängen. Grundsätzlich habe ich immer ein Lächeln auf den Lippen und mag es, Späße zu treiben. Doch andererseits interessiere ich mich auch sehr für unsere Gesellschaft und unsere Sprache. Ich rede darüber gerne mit anderen und diskutiere auch gerne. Ich hinterfrage viele Sachen und mache mir meine Gedanken. In dieser Hinsicht bin ich also eher ernst veranlagt.

Letzte Frage: Was läuft gerade auf deinem iPod?
Oh, viele verschiedene Sachen. Nicht nur Rap. Zum Beispiel Rage Against The Machine und solche Sachen. Aber mein persönlicher Soundtrack in den letzten Wochen war definitiv Jaylib mit „Champion Sound“.


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